Lehrwanderpfad Aichelburg

Der Adlige Berthold Aichelburg, zwischen 1829 und 1861 Besitzer der Marschendorfer Herrschaft, trug wesentlich zum Aufschwung der Ostriesengebirgsregion und somit auch zur Verbesserung der Lebensbedingungen der hiesigen Bergler bei. Er unterstützte die Gründung von Glashütten und einiger ‚Holzschleifen' im Ort Temný Dùl und erbaute ein Sägewerk mit Schindelfabrik sowie eine Flachsspinnerei. In Malá und Velká Úpa verkaufte er den Berglern zu günstigen Preisen Grundstücke zur Gründung von Höfen incl. Weideland. Nach der Revolution von 1848 erkannte er die Notwendigkeit der Gründung von Selbstverwaltungen und Ortsbehörden. So setzte er die Einrichtung des Gerichtsbezirks Marschendorf/Maršov, sowie die Eröffnung eines Grenzübergangs nebst Zollamt in Klein Aupa/Malá Úpa durch. Gleichzeitig war er ein exzellenter Musiker und Komponist. Er baute einen Theatersaal am Brauhaus an und 1855 rief er die traditionellen Promenadenkonzerte in Janské Láznì ins Leben, wo er auch selbst mit seiner Kapelle auftrat. Die nun ein besseres Leben führenden Einwohner brachten ihm dafür große Achtung entgegen. Auch deshalb trägt der 8 km messende Spazierwanderweg von Maršov hinauf zu den Valšovky oberhalb von Malá Úpa den Namen Aichelburg. Bei der Stelle "Na kopeèku" in der Nähe des historischen Friedhofsgeländes seinen Anfang nehmend, führt der Spazierweg vorbei an bedeutenden oder interessanten Objekten in Maršov und Temný Dùl. Von hier aus führt er auf Waldwegen, die nicht für MTB´s geeignet sind, bis zur rekonstruierten Waldburg Aichelburg. In der Galerie Veselý výlet bekommt man hierzu im Sommer den Schlüssel zur Burgkammer geliehen. Entlang des Hanges des Svìtlá hora führt der Spazierwanderweg vorbei an dem bedeutenden Volksarchitektur-Emsemble der Tippeltbauden, bis man bei der Bergfarm Sosna (Imbiss) auf den Valšovky ankommt. Die Burggesellschaft Aichelburg, Begründer und Betreiber des Lehrwanderpfads, wünscht Ihnen einen erlebnisreichen Ausflug.

Schule

Die erste Schule wurde wohl schon um das 16. Jahrhundert herum gegründet. Das in der Reihenfolge zweite Schulgebäude stand ab 1794 gerade an dieser Stelle. Das gezimmerte Haus mit Walmdach zog ganze Kinderscharen aus Maršov, Temný Dùl und Dolní Lyseèiny an, 1886 drückten hier sage und schreibe 340 Schüler die Schulbank. Das Holzhaus reichte nicht mehr aus und so baute die Gemeinde 1886 eine neue Schule im Zentrum von Maršov. 1892 kam gleich daneben eine Bürgerschule dazu. Beide Schulgebäude dienten ein Jahrhundert lang dem Grundschulbetrieb. Dank der Anstrengung der ersten in Freiheit gewählten Gemeindevertretung wurde von April 1992 bis September 1993 für 68 Millionen Kronen eine neue Schule mit Verblendziegelfassade errichtet - nach einem Entwurf der Architektin Jindra Crikettová. Sie ist von hier zu sehen. Heute drücken hier 230 Schüler aus Horní Maršov, Malá Úpa und Pec pod Snìžkou die Schulbank.

Friedhofsgelände

Die Renaissance-Kirche Marias Himmelfahrt auf dem Marschendorfer Friedhof ist eines der ältesten und wertvollsten Baudenkmäler des Riesengebirges. Erbaut wurde sie von dem italienischen Baumeister Carlo Valmadim von 1605 bis 1608 an der Stelle eines Holzkirchleins, das aus dem Jahre 1568 stammte. Im Zuge der Rekatholisierung von Böhmen nach 1620 wurden die Lutheraner aus Maršov vertrieben. 1622 verließen viele Familien den Ort, so auch Pfarrer Zacharias Schmidt, der sich um den Bau der Kirche verdient gemacht hatte. Vom protestantischen Ursprung zeugt im Innern der Kirche das steinerne Taufbecken aus dem Jahre 1572. Der Barock-Altar vom Ende des 17. Jahrhunderts wurde erst unlängst wegen drohender Diebstahlgefahr demontiert und im bewachten Depositum untergebracht. Nach einem Blitzschlag am 3.6. 1868 brannte der gesamte Dachstuhl der Kirche ab, wobei die alten Glocken schmolzen. Noch vor Weihnachten wurde der erneuerte Kirchturm mit neuen Glocken besetzt. 1899 zogen die Glocken in den Turm der neu erbauten unteren Kirche um, bis sie dem 1.Weltkrieg zum Opfer fielen. Das Pfarrhaus vom Ende des 16. Jahrhunderts und der dazugehörige Wirtschaftshof wurden im Barockstil umgebaut. Die Skulptur des Sankt Johann Nepomuk ist ebenfalls im Barockstil. Das Entstehungsjahr 1717 ist im Text in Form eines Chronogramms vermerkt. Auf der Grabkammer der Aichelburgs, die 1865 zur würdevollen Beisetzung von Berthold Aichelburg rekonstruiert wurde, tragen zwei Schildknappen das gräfliche Wappen mit der Aufschrift DE DEO AUXILIUM - Mit Gottes Hilfe. Unter einer Vielzahl von interessanten Grabsteinen ragt rechts vom Eingangsportal der dritte an der Mauer hervor, gefertigt vom Bildhauer Emil Schwandtner für die verwandte Familie Fries. Das ganze Friedhofsgelände, einschließlich der 400 Jahre alten Linde steht als Kulturdenkmal unter staatlichem Schutz.

Kirche ‚Maria Himmelfahrt'

Aloise Czernin-Morzin erwarb am 31.12. 1882 die Marschendorfer Herrschaft von den Aichelburgs. Schon damals war ihr klar, dass ein neuer Kirchbau unerlässlich ist. Die erlauchte Gräfin Czernin, die mit ihrem Sohn Rudolf für 80% der Baukosten aufkam, setze es durch, den bedeutenden böhmischen Architekten Josef Schulz mit dem Bauvorhaben zu beauftragen wurde, zu dessen Werken u. a. Prager Prachtbauten, wie z.B. das Nationalmuseum und -theater und das Rudolfinum gehören. Noch im Jahre 1894 wurde das Fundament ausgehoben, am 22.9. 1895 war feierlicher Baubeginn. Während des Sommers 1896 wurden sowohl Kirchenschiff, als auch Dachstuhl fertig gestellt, 1897 der Kirchturm und man bereitete sich auf das Errichten des Turmdachstuhls vor. Aber das katastrophale Hochwasser vom 29. zum 30.7. 1897 riss das vorbereitete Dachgespärre fort und füllte die Innenräume mit Geröll. 1898 wurden die Innengewölbe fertig gestellt, in einer Höhe von 53 m wurde ein neuer Turmdachstuhl aufgerichtet und das Kirchdach mit zweifarbigem Schiefer gedeckt. Das letzte Baujahr nahmen die Innenräume und die Ausstattung in Anspruch, am 15.10. 1899 war der Tag der feierlichen Weihe der neuen Kirche ‚Jungfrau Marias Himmelfahrt' gekommen. Die hiesigen Glocken fielen dann dem 1. und 2. Weltkrieg zum Opfer aber am 18.8. 1998 widmeten der Urenkel von Gräfin Aloise, Josef Czernin-Kinsky und Gattin Theresia die neue, 750 kg schwere ,Heilige Geist' Glocke. Sie trägt die tschechisch- und deutschsprachige Inschrift "Für Versöhnung und Frieden". Die Kirche ist ein staatlich geschütztes Kulturdenkmal.

Sägewerk

Das Sägewerk und die Schindelfabrik in Maršov wurden von Bethold Aichelburg im Jahre 1859 gegründet. Der kleinere Teil der Holzernte aus den herrschaftlichen Wäldern wurde in ihnen verarbeitet, den größere Teil verbrauchten jedoch die Glashütten in Dunkeltal/Temný Dùl und die Holzschleifereien. Balken, Bretter und Holzschindeln, mit denen im 19. Jahrh. alle Dächer im Riesengebirge gedeckt wurden, stellten die Bergler früher von Hand her. Das Ausnutzen der Wasserkraft zum Antrieb der Sägewerke und zum Schindelspalten trug so zum Bauboom jener Zeit bei. Durch das Hochwasser vom 30.7. 1897 wurde das Sägewerk völlig zerstört und Rudolf Czernin-Morzin, der Besitzer der Herrschaft, musste 1898 ein neues errichten lassen. Das Wasserwerk samt Turbine, Schneidemühle und die anschließende Halle sind bis heute in Betrieb. Später kamen andere Fertigungen hinzu. Das heutige Sägewerk wird von der Gesellschaft KUMIHAL betrieben.

Kreisgericht

Durch die Bestimmung zum Gerichtsbezirk im Jahre 1851 wurde die Stellung Marschendorfs als Verwaltungszentrum des Ostriesengebirges bekräftigt. Initiator war der Herrschaftsbesitzer Berthold Aichelburg. Die ersten vier Jahre lang war die Behörde in den herrschaftlichen Kanzleien zu Hause, bis Graf Aichelburg 1855 ein Gerichtsgebäude errichten ließ. Zusammen mit Kreis- und Steueramt, Gericht, Gefängnis, Notariat und Versicherungsanstalt (MBV) zog auch gleich die neu ernannte Gemeinde-Selbstverwaltung um. Das zweistöckige Steinhaus hat bis heute ein Walmdach, wie es so typisch für Amts- und öffentliche Gebäude aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert war. Das Hochwasser in der Nacht vom 29. zum 30.7.1897 riss nahezu die Hälfte des Gebäudes fort, samt Gemeindekasse, amtlicher und ältester historischer Dokumente aus dem östlichen Riesengebirge. Trotz der Wiederherstellung des Hauses im Jahre 1902 zogen die Behörden ins benachbarte neue Gerichtsgebäude um. Seit Auflösung des Kreisgerichts im Jahre 1945 dient es als Wohnhaus. Das ehemalige Gerichtsgebäude kaufte nach dem Hochwasser der Händler und Bürgermeister Johann Pfluger, später erwarb es Franz Gottstein. In seinem Erdgeschoss richtete er ein Geschäft mit Lebensmitteln, Gemischt- und Drogeriewaren ein. 1938 verkaufte man hier sogar Baumaterial und Kohle, auch eine kleine Tankstelle gehörte dazu. Das Geschäft ist ohne Unterbrechung 100 Jahre geöffnet. Sein heutiger Inhaber, Milan Hlaváè, ließ es renovieren und erweiterte es um eine Familienpension im Dachgeschoss.

Rathaus

An dieser Stelle riss das Hochwasser in der Nacht vom 29. zum 30. Juli 1897 das Haus des Bürgermeisters Johann Pfluger fort. Als alle Behörden des Gerichtsbezirks Marschendorf/Maršov in das neue Gebäude am Marktplatz umgezogen waren, kaufte der Bürgermeister das vorherige Gerichtsgebäude und richtete in ihm ein Geschäft ein. Das Grundstück mit den Gebäuderesten überließ er der Sparkasse Maršov IV, die hier 1906 ihre Filiale im modernen Jugendstil errichtete. Im Erdgeschoss befand sich eine Apotheke mit großer Auslage. Die Steinmetzeschule in Hoøice schuf anlässlich der Eröffnung des Hauses einen Steinbrunnen mit der Gerechtigkeitsstatue, die das Stadtsiegel im Schild trägt. Seit 1945 befindet sich hier der Sitz der Gemeindeselbstverwaltung. Ein Umbau in den 60. Jahren brachte die Vereinfachung der Dachkonstruktion und das Ende der Apotheke mit sich. Trotzdem wurde das Haus nebst Brunnen unter Baudenkmalschutz gestellt.

Brauerei

Der erste Vermerk über eine Brauerei in Maršov stammt aus dem Jahre 1599 aber die uns bekannte Brauerei ist aus der Zeit um 1800. Bestandteil war das damals einzige Hotel im Ort, der Brauhof, an den Graf Bethold Aichelburg 1855 einen großen Theater- und Konzertsaal anbauen ließ. Sein Sohn Alfons A. vollendete 1879 die Modernisierung der Brauerei mit einem 30 Hektoliter-Sudhaus. Im Jahr 1908 erreichte die Brauerei mit 5300 hl Jahresproduktion ihren absoluten Höhepunkt. 1926 kamen Brauerei und Hotel in den Besitz der Bürgerlichen Brauerei in Trautenau/Trutnov, die aber nach zwei Jahren den Betrieb in der Brauerei in Maršov einstellte und sie nur als Abfüllerei benutzte. 1942 brannten das Hotel und ein Teil der Brauerei aus, der bauliche Rest dieses interessanten Gebäudes verfällt nach und nach.

Mühle

In Maršov gab es einige Mühlen, aber diese war die größte. Das aus dem Kolbenbach (Lyseèinský potok) entnommene Wasser trieb das Mühlrad an der rechten, oberen Seite des Hauses an. Außer Getreide wurde hier auch Öl aus Leinsamen gepresst, das Jahrhunderte lang wichtiger Nahrungsbestandteil der Bergler war. Das heutige Gebäude mit seinem Halbwalmdach stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jhds. Das Relief über dem Haupteingang erinnert an die letzten baulichen Veränderungen, vollzogen vom Müller Vinzenz Adolf. Zur Mühle gehörte auch eine große Bauernwirtschaft samt Grundstücken zu beiden Seiten. Nach 1945 verlor das Gebäude seine ursprüngliche Bedeutung. Ein Teil des Mühlenbachs dient heute zur Forellenzucht.

Schloss

Im Jahre 1744 wurde Marschendorf, das damals im Besitz des bedeutenden Riesengebirgsadelsgeschlechts der Schaffgotsch´s war, zur eigenständigen Herrschaft. Das 1700 erbaute Herrenhaus wurde zum Verwaltungsmittelpunkt für die Gemeinden und Wälder des Ostriesengebirges. 1792 erbauten Jan Berthold Schaffgotsch und dessen Schwiegersohn Alfons Aichelburg an Stelle des Herrenhauses ein klassizistisches zweigeschossiges Schloss mit einem Hauptgebäude, zu dessen Besitzer 1829 der noch nicht volljährige Berthold Aichelburg wurde. Zu seinen Lebzeiten erfuhr das Schloss keine Veränderung. Nach einem Ehestreit mit seiner Gattin Theodora Ernestine Aichelburg, geb. Schulp, beging Berthold A. im mittleren Gemach des ersten Stocks Selbstmord durch Erschießen. Sein Sohn Alfons A. baute 1869 die drei hinteren Schlossflügel an, die nun zusammen den quadratischen Schlosshof umschließen. In den Jahren von 1907 bis 1910 kam es zu einem Generalumbau des Hauptflügels im Neurenaissance-Stil durch die Besitzer Czernin-Morzin. Aus dieser Epoche stammt auch der vierkantige Turm mit Kuppel, das Mansardendach hingegen hat es von Anfang an. Nach der Konfiszierung österreichischen Eigentums im Jahre 1945 kamen das Schloss und der dazugehörende englische Park aus dem 18.Jahrhundert in den Besitz der Gemeinde Maršov. 1997 ging es in Privathand über. Das Schloss ist ein unter Schutz stehendes Kulturdenkmal.

Steingemauertes Lager der Flachsspinnerei

Der Bau der Flachsspinnerei wurde von Berthold Aichelburg initiiert aber die Aufnahme der Produktion um 1861 erlebte er nicht mehr. Seine Gattin Theodora betrieb die Fabrik nur bis 1867, dann veräußerte sie sie an die Firma Morawetz und Oberländer in Úpice. Die gut florierende Fabrik brannte dann aber am 16. Mai 1887 bei einem Gewitter ab. Der Betrieb wurde dann unter der Leitung der Firma J.A. Kluge aus Trautenau-Altstadt wieder aufgenommen und sogar erweitert, die Firma gab damals über 300 Menschen Arbeit. Die Flachsspinnerei blieb über 130 Jahre lang in Betrieb, bis ins Frühjahr 1992. In den letzten Jahrzehnten waren hier neben dem Hauptbetrieb auch eine Kunstfaserspinnerei und eine Leinenschneiderei in Betrieb. Die Aichelburger Textilfabrik knüpfte an die Tradition von Heimwebern und -spinnern in den Berghütten des Riesengebirges an. Noch 1865 gab es im Gebiet von Maršov an die 154 Heimweber, die aber der Konkurrenz der industriellen Produktion nicht gewachsen waren. Zwanzig Jahre später gab es keinen einzigen mehr. Der gegen Ende des 18. Jahrhunderts ausgiebig in den Höhenlagen des Riesengebirges angebaute Rohflachs musste gelagert werden. Das aus Felsstein gemauerte Lagerhaus, von Anfang an Teil des Fabrikgebäudes, ist ein Meisterwerk der Baukunst. Den Erbauern gelang es trotz Verwendung oft unförmiger und unterschiedlich großer Steine ein Gebäude von interessantem Äußeren zu schaffen. Das zeigt ein Blick auf einzelne Details der Fassade, die schmalen Steinfugen und die Einpassung der Stützwände. Das Felssteinlagerhaus steht als technisches Denkmal unter Schutz.

Kreuzweg

Die St. Annenkapelle befindet sich in der Siedlung Stará Hora, nur 450 m von hier. Sie zählt zu den ältesten sakralen Bauten im Ostriesengebirge. Auf ihre Entstehung verweist folgender Bericht: "Diese Kapelle wurde im Jahre 1752 mit hochherrschaftlicher Genehmigung von Johannes Bensch und dessen Gattin Elisabeth begründet und am 22. Oktober 1752 mit Genehmigung des hoch geehrten Konsistorium von Königgrätz von Herrn Pfarrer Franz Anton Èeregeth geweiht… Alsdann von Johann Bensch anno 1810 vergrößert und von ihm geweiht." Über Jahrhunderte hinweg lebten die Angehörigen der Bensch-Familie in der Hütte Nr. 10, die bis heute gleich neben der Kapelle steht. Seit 1876 führt von der Kapelle ein Kreuzweg hinauf zum Altenberg/Stará hora. Er endet bei einem Quellbrunnen, der den Ruf hat, heilsam zu sein. Bei einem Windbruch im Jahre 1966 wurde er beschädigt, genauso wie die Engelsskulptur bei der 14. Andacht. In den darauf folgenden Jahren wurden alle Steinandachten des Passionswegs von Vandalen umgebrochen und ins Tal gestürzt. In den Jahren 1999 bis 2001 wurden die einzelnen Andachten, die Eingangskapelle, das Holzkreuz, die St. Anna-Kapelle und der Weg selbst von Einheimischen wiederhergestellt. Jedes Jahr findet in der Kapelle am Sonntag vor St. Annen´s Namenstag (26.7.) ein Gottesdienst statt. Der Passionsweg berührt auch den Rand der Siedlung Stará Hora, eines der besterhaltenen Ensembles der Volksarchitektur im Riesengebirge.

Galerie Veselý výlet

Graf Berthold Aichelburg war ein eifriger Verfechter von Kaltwasserkuren. So entschloss er sich 1855, in Temný Dùl neben der alten Zinecker-Hütte dieses Haus hier als Kurhaus zu errichten. Den Kurgästen war das Wasser aber doch zu kalt, so fuhren sie lieber zu den heißen Quellen in Johannisbad/Janské Láznì. An Bertholds Absichten erinnern nur noch zwei Stahlbecken im Wald über dem Haus, die als Reservoir für das Quellwasser dienten. Es ist nicht bekannt, ob das Haus von den Aichelbergs noch zu Berthold´s Lebzeiten veräußert wurde, wie auch immer, es mauserte sich zum Gasthof mit Unterkunft. Das Hochwasser von Juli 1897 riss jedoch ein Drittel des gemauerten Erdgeschosses fort, aber das damals in Besitz von Josef Bock befindliche Haus blieb stehen und wurde kurz darauf repariert. Nach dem Hochwasser wurden die Wirtsleute Henschel zu neuen Besitzern. Die benachbarte Hütte wurde von der Flut völlig weggetragen. Auf seinem Grundriss befindet sich seit 1993 das Lapidarium remedium, eine Schonsammlung von Steinartefakten, die mithin an 40 Jahre Unfreiheit und Gleichgültigkeit gegenüber Kulturerbe erinnert. Ziel der Sammlung ist es, die beschädigten Objekte zu retten, zu restaurieren und sie an ihren Herkunftsort zurückzubringen. Auch Bertholds Haus bekam sein ursprüngliches Aussehen und seine einstige- Bedeutung zurück - es dient wieder den Riesengebirgsgästen. Genau wie dazumal dürfen sich anständige Leute den Schlüssel zur Waldburg Aichelburg leihen.

Verschwundene Glasfabrik

Die Glassfabrik - seiner Zeit einer der größten in Böhmen - wurde im Jahre 1846 von Augustin Breit gegründet, an diesem Ort, an dem es Holz und Wasserkraft in Hülle und Fülle gab. Schon im Jahre 1854 erwarb sie Ferdinand Unger, der sie weiter ausbaute. Insgesamt 20 Objekte der Glasfabrik standen an beiden Ufern der Aupa. Dazu gehörten die Glashütten Helena am linken und Dorotina am rechten Ufer, eine Werkstatt zur Modell- und Formenherstellung, eine Schleiferei mit 50 Schleifscheiben, eine Brennerei und ein Pottasche-Lager, eine Stampfmühle und ein Quarzbrecher, ein Maleratelier, eine Glasschneidewerkstatt, sowie Rohstoff- und Endproduktlager. 1858 waren hier 314 Menschen beschäftigt - 28 Glasmacher, 16 Glasschmelzer, 100 Schleifer und 12 Glasmaler. Dunkeltal/Temný Dùl war bekannt durch eine breite Skala von Glasprodukten - Fenster- und Spiegelglas, Rohglas in Stangen, Perlen, Knöpfe und Teile für Lüster, einschl. Kristalllüster, Tafelservice, Kelche und andere Luxusgegenstände. Der im Handel mit ganz Europa, Amerika, Asien, Australien und Afrika erzielte Jahresumsatz betrug 300 000 Gulden. Von 1873 bis 1886 wurde die Glasfabrik von dessen Besitzer Karel Bennoni geleitet, der als ehemaliger Verwalter der großen Glasfabriken von Graf Harrach reiche Erfahrung mitbrachte. Ihre letzten Besitzer, G. und A. Steinbrecher, mussten ansehen, wie die ganze Glashütte Helena und viele Nebenobjekte durch das Hochwasser 1897 völlig zerstört wurden. Bis 1945 wurde in Temný Dùl nur noch geschliffen, dann verfiel die Glasfabrik völlig.

Dix-Holzschleiferei

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrh. gründeten die Bergler an der Aupa die ersten Industriebauten. In der Herrschaft Marschendorf/Maršov waren dies vor allem Glashütten, Flachsspinnereien und Holzschleifereireien. Vier davon standen in Groß Aupa/Velká Úpa, drei in Dunkeltal/Temný Dùl, zwei in Marschendorf/Horní Maršov und jeweils eine in Spálený Mlýn in Klein Aupa/Malá Úpa. Alle Holzschleifereien, die jeweils nach deren Begründern Kneifel, Adolf, Hofer, Braun, Dix, Fiebiger usw. benannt waren, wurden von Einheimischen gegründet. Die meisten von ihnen verfielen nach 1945 samt Wassergräben, nur eine blieb bis heute erhalten. Auch deshalb steht sie unter Denkmalschutz. Die 1868 vom anerkannten Müller Ignaz Dix aus der Alten Mühle in Velká Úpa gegründet, war sie von allen die größte, modernste und auch schönste Holzschleiferei. Vorerst diente sie nur zum Schleifen von Fichtenklötzern zu Zellulose-Halbstoff für die Papierherstellung. Hauptschleifwerkzeuge waren dabei große Sandsteinräder, mit deren rauen Oberfläche das Holz geschliffen wurde. Nach 1905 kam eine dreigeschossige Werkhalle für die Herstellung von Verpackungspapier und Pappe dazu. In der Fabrik mit 6 Schleifmaschinen und einer Maschine zur Papierherstellung arbeiteten damals 40 Leute. Bis zum 21.4.1965 wurde hier Holz geschliffen. Nach einer Pause von zwei Jahren nahm die Produktionsgenossenschaft Mechanika den Betrieb wieder auf und stellte hier 25 Jahre lang kleine Gebrauchsgegenstände her.

Die Schlacht bei der Oberen Brücke (Horní most)

Der Krieg um das bayrische Erbe zwischen Österreich und Preußen von 1778 ereilte auch das Riesengebirge. Die preußischen Truppen fielen am Pass von Libau bei Schatzlar/Žacléø in Böhmen ein, worauf die Bauern von Marschendorf/Maršov und dessen Umgebung mit ihren Habseligkeiten und vor allem ihrem Vieh in die Berggemeinde Groß Aupa/Velká Úpa flohen. Am engsten Taleinschnitt, soz. der Pforte zu den Bergen, gingen die Bergler, junge Rekruten aus Hohenelbe/Vrchlabí und eine Kompanie Kroatier in Stellung. Eine Schwadron preußischer schwarzer Husaren und ein Infanterie-Bataillon folgten ihnen von Maršov am 4. September 1778, angelockt von der zu erwartenden Beute. An den Barrikaden bei der Brücke werden sie dann aus dem Hinterhalt angegriffen und erleiden eine bittere Niederlage. Gleich beim ersten Schuss fiel der preußische Kommandeur, Baron Unruh von Rudolfstadt, im Weiteren 11 Husaren und 20 Infanteristen. Der Rest wurde gefangen genommen oder floh in die Wälder. Ein zweites Mal wagten sich die Preußen nicht in die Berge. Auch diese Begebenheit veranlasste den zukünftigen Kaiser, Joseph II. im Jahre 1779 zu einer Stippvisite im Riesengebirge. Auf seine persönliche Initiative hin wurden die Kirchen in Malá und Velká Úpa erbaut, wohl um dem Mut der Bergler Achtung zu zollen. Eine Gedenktafel mit Inschrift und zwei gekreuzten Schwertern erinnerte bis 1945 an die Kriegsepisode, dann ging sie verloren. Auf von der Brücke aus ansteigenden 400 Steinstufen gelangt man am einfachsten zur erneuerten Waldburg Aichelburg. Der neuromantische Bau ist von der gegenüberliegenden Straßenseite gut zu sehen.

Waldburg Aichelburg

Der plötzliche Tod von Berthold, des Grafen von und zu Aichelburg (1823 - 1861) und Besitzers der Herrschaften Marschendorf/Maršov und Bìlohrad betrübte die Bewohner des Úpa-Tals ebenso, wie die herrschaftlichen Angestellten. So entschlossen sie sich, diesem edelmütigen Adligen ein ungewöhnliches Denkmal zu setzen. Der Oberförster Johann Miksch wählte den Bauort am Hang des Forstberges/Svìtlá hora aus und leitete auch das ganze Baugeschehen, mit der Unterstützung des Herrschaftsverwalters Heinrich Schubert. Am 9. September 1863 kam es zur feierlichen Übergabe der Waldburg Aichelburg, wobei in der steingemauerten Burgkammer die Büste von Berthold installiert wurde, die von F. Hauptfleisch, einem Modellbauer aus der Glashütte im Temný Dùl nach einem Gemälde hergestellt worden war. Auf dem oberen Plateau, wo jetzt die Wasserleitung liegt, befand sich damals ein überdachter Waldschießplatz. Auf dem Burghof fanden Feste und Tanzvergnügen statt. Als dann 1883 die Herrschaft von den Czernin-Morzins erworben wurde, verblasste das Interesse an der Burg und der Bau begann rasch zu verfallen. Die Büste wurde in die Grabkammer der Aichelburger in Maršov gebracht, die Zugangswege verwilderten und die Burgkammer stürzte ein. Erst 1989 wurde eine Initiative zur Erneuerung der Aichelburg ins Leben gerufen. Im Sommer 1992 fanden entsprechende bauhistorische Untersuchungen statt und am 14. Oktober 1995 wurde direkt am Fuße der Burgruine die Burggesellschaft Aichelburg gegründet, mit dem Ziel, das Baudenkmal wiederherzustellen, die Zugangswege zu ihm zu erneuern und einen Wanderlehrpfad zu gründen. Gleich nach Gründung der Gesellschaft 1996 begannen die ersten Rettungsmaßnahmen und die Suche nach Finanzen. Einen großen Anteil an der Verwirklichung hatten Oldøich Lábek, Vorsitzender der Burggesellschaft und deren Sekretär, Milan Vích. Der Entwurf, die Projektierung und Rekonstruktion der Burg wurden 1998 und 1999 von der Baufirma Klimeš Horní Maršov realisiert. Am 6.11.1999 kehrte auch die Büste von Berthold Aichelburg an ihren Bestimmungsort zurück.

Weiler Bantenberg - Nad Køižovatkou

Die Wiesenenklave "Nad køižovatkou" (früher Bantenberg) entstand zu Ende des 16. Jhd. Die mächtigen Agrarwälle und Terrassen aus Feldsteinen legen noch heute Zeugnis von der schwierigen Umwandlung des Waldes zu Wiesen ab. Seit der Aussiedlung der deutschsprachigen Landwirte in den Jahren 1945 und 1946 wurden die Wiesen nicht mehr gemäht. Der größte Teil der Wiesen dieses Weilers wurde wieder aufgeforstet. Eine Ausnahme ist die kleine Wirtschaft der Familie Alberovský direkt unterhalb des Wegs, hier werden die Wiesen wie zu alten Zeiten bewirtschaftet. Die Hütte Ligna links oben hieß einst Aichelburgbaude. Sie gehörte der Berglerfamilie Ettrich, die die Nähe des beliebten Ausflugsziels Aichelburg nutzte, um hier ein Gelegenheitswirtshaus mit Gästezimmern einzurichten. Vorüberkommende Wanderer konnten sich an Brot, Milch, Butter, Quark und Käse, aber auch hierher gebrachtem Bier laben. Eine ähnliche Wirschaft erwartet einen heute bei den Sosna's auf den Valšovky, 3 km von hier. Als die Herrschaft Marschendorf 1882 in den Besitz der Czernin-Morzin kam, entstanden hier Forstwege für die winterliche Holzbringung. Im Sommer stapelten die Holzhauer das Rund- und Meterholz zu Stößen auf. Im Winter wurde der Schnee dann auf der Bahn gestampft und so konnte das Holz mittels großer Hörnerschlitten zu Tal befördert werden - bis zu 3 Kubikmeter Holz pro Schlitten. Auf diesem Weg wurde das Holz von den Hängen des Forstberges/Svìtlá hora zu den Holzschleifereien und Glashütten in Temný Dùl befördert.

Velké Tippeltovy boudy - Große Tippeltbauden -

Bis ins 16. Jahrh. hinein war das Riesengebirge von undurchdringlichem Urwald bedeckt, in dem sich Bären, Luchse und Wölfe tummelten. Zu jener Zeit litten die Silberminen in Kutná hora unter großem Mangel an Gruben- und Brennholz. Deshalb setzte der kaiserliche Oberhauptmann und Besitzer des Ost- und Mittelriesengebirges, Christoph Gendorf die Holzernte in den Bergen durch. Fortan kamen Hunderte von Forstspezialisten und Holzhauerfamilien aus dem Tirol, der Steiermark und Kärnten ins Riesengebirge, um hier den Wald abzuholzen. Die Stämme wurden zu transportfähigen Stämmen geschnitten und in Riesen und kleinen Staubecken, sog. Klausen, zum Flusstal der Aupa geschwemmt und von da weiter zur Elbe bis nach Kuttenberg/Kutná hora. 1566 begann die Waldernte unterhalb der Schneekoppe und schon 1609 stellte eine Kommission von Beamten aus Kutná Hora fest, dass fast alle Bestände abgeholzt worden waren. In dem historischen Bericht heißt es, dass sich die Holzhauerfamilien "auf den Holzschlägen Buden bauen, Heu ernten und sogar viel Vieh direkt im Walde weiden". Manche dieser Wiesenenklaven sind bis heute unter dem Namen ihrer Begründer bekannt. So auch die Großen Tippeltbauden, die 400 Jahre lang Heimstätte von Berglandwirten waren, die hier Schwerstarbeit verrichteten. Nach der Aussiedlung der Alteingesessenen nach dem 2. Weltkrieg kam die Bewirtschaftung zum Erliegen und aus den Berghütten wurden Urlauber- und Wochenendlerhütten. Es gereicht den neuen Besitzern zur Ehre, dass das hiesige Volksarchitektur-Ensemble zu den besterhaltenen im Riesengebirge zählt.

Valšovky - Walschabauden

Die Wiesenenklave, die heute den Namen "Valšovky" trägt, erinnert an deren Begründer, die nach 1566 aus dem Süd- bzw. dem Welschtirol ins Riesengebirge gekommen waren. Nach der Beendigung der Baumernte wurden sie wohnhaft und kultivierten die Rodungen zu intensiv bewirtschaftete Wiesen. Jeweils zweimal pro Sommer wurde das Heu geerntet und die Wiesen gejaucht. Eine weitere Heuquelle waren die Waldlichtungen, wo auch das Vieh weidete. Jahrhunderte lang stampfte man in den Hütten gesalzene Gebirgsbutter und stellte echte Riesengebirgsquargel und weitere Alltagsartikel her. Zwischen den Weltkriegen transportierte man tagtäglich 5000 l Kannenmilch auf Hörnerschlitten oder Kraxen zur Trautenauer Molkerei und bot sie zum Verkauf an. Nach der Zwangsaussiedlung deutschsprachiger Siedler kamen diese Bergwirtschaften nahezu zum Erliegen. 1983 kauften David und Vìra Sosna die erste Kuh für ihre Baude. Nach 1990 gründeten sie eine Bergfarm und so können Wanderer und Besucher wie zu alten Zeiten einen Imbiss in Form eines Joghurts, Milch, Buchteln, Quarkstulle oder anderer Leckerbissen zu sich nehmen. Geöffnet ist täglich außer montags, bis die Vorräte aufgebraucht sind. Von Horní Maršov aus gelangt man hierher auf dem Lehrpfad Aichelburg über die Waldburg Aichelburg und die Tippeltovy boudy. Hier ist die letzte Station. Die Burggesellschaft Aichelburg wünscht Ihnen einen wunderschönen Tag.

Fucknerova paseka - Fucknerschlag

Diese kleine Wiesenenklave bekam ihren Namen von der Fuckner-Familie, die die Wiese mit einer einzigen Hütte im 17. Jahrhundert gegründet hatte. Spätere Eigentümer waren die Familien Tippelt, Gleissner und etwa seit 1885 die Czernin-Morzins, die Besitzer der Marschendorfer Herrschaft. Die machten die Berghütte zum Forsthaus und dieser Bestimmung dient das Haus auch heute noch. 1980 umzäunten die Förster einen Teil des Waldes und gründeten hier ein Gatter zur Überwinterung von Rotwild. Indem das Rotwild in der Regel von Ende November bis Ende April in diesem Wintergehege bleibt, werden die jungen Bestände vor Befraß geschützt. Das Rotwild benagt nämlich in Notzeiten gern die Rinde junger Fichten und beißt auch die Knospen noch kleiner Bäumchen ab. Indem alljährlich 400 bis 420 Stück Rotwild in 18 riesengebirgischen Wintergattern gehalten werden, gelingt es Schäden in Millionenhöhe zu vermeiden. Dieses System von Wildgattern ermöglicht es gleichzeitig, die gegenwärtigen Rotwildbestände aufrecht zu erhalten, die ansonsten wegen der immissionsbedingten Walderneuerung radikal verringert werden müssten. Im hiesigen Wildgatter überwintern je nach schwachem oder starkem Winterbeginn zwischen zwanzig bis dreißig Stück Rotwild, überwiegend Hirschkühe und -kitze. Die geringste Anzahl war 11 und die größte 72 Stück. In jedem Winter bereiten die Forstbeamten an die 20 Tonnen Heu, 10 t Waldfrüchte und Granulat und mitunter bis zu 15 t Rüben vor. Gemeinsam mit den Hirschen werden in der Regel auch an die 10 Stück Rehwild mitgefüttert. In der Umgebung dieser Wintergatter ist Ruhe geboten, die größte Gefahr für das Wild stellen herumstreunende Hunde dar.

Hlušiny - Totenboden

Diese lang gezogene Wiesenenklave hier auf dem Vlašský vrch wurde früher Totenboden genannt. Durch eine ungenaue Übersetzung wurde die Bedeutung zu Totenbauden verballhornt, erst die spätere tsch. Bezeichnung Hlušiny kommt der ersten Bedeutung wieder nahe. Auf jeden Fall zeugt der Name von dem schweren Wirtschaften an diesem östlich orientierten steilen Hang. Die unzähligen Steine in den Agrarwällen legen beredtes Zeugnis von der Plackerei bei der Umwandlung des Waldes in Wiesen ab. Bei Totenboden-Hlušiny blieben einige ursprüngliche Berghütten erhalten, die beiden über dem Weg sind geschützte Kulturdenkmale. Gerade diese und die nächstliegende Hütte unterhalb des Weges wurden zusammen mit der Wiese um das Jahr 1820 herum gegründet, also 200 Jahre später, als die Hütten und Wiesen auf der abgelegen, nördlichen Seite des Weilers. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ermöglichten es die Besitzer der Marschendorfer Herrschaft, die Aichelburger den Berglern, auch bei Totenboden ein Stück des Waldes in Wiesen umzuwandeln. In die Hütte Nr. 259 links oberhalb des Weges heiratete im Jahre 1866 der aus dem gegenüberliegenden Výsluní stammende Landwirt und gelegentliche Holzhauer Anton Hampel ein. Seinen Nachkommen gehört das Gebäude bis heute noch. Im Jahre 1905 zimmerte er mit seinem Sohn Rudolph, auch ein Holzfäller war, ein neues Haus. Rudolph's Sohn Liborius war sein ganzes Leben lang Holzhauer, genauso wie sein Sohn Hartmann. Libor, Hartmann's Sohn bringt bis heute noch Holz aus den Bergen ein. Dazu benutzt er einen kleinen Raupenharvester. Sein Vater, Großvater, Urgroßvater und Urgroßvater transportierten das Holz noch auf Hörnerschlitten zu Tal, seine noch älteren Vorfahren benutzten dazu Holzriesen (Rutschen) oder sie schwemmten es mittels Klausen zu Tal.

Historischer Kern von Groß Aupa - Velká Úpa

Auf der engen Straße, die links von Ihnen zu der kleinen Häusergruppe abbiegt, führte bis 1968 die Hauptstraße nach Pec. Hier im historischen Kern des Ortes war die engste Stelle. Dem Neubau der Straße musste Adolphs Holzschleiferei weichen, unter der Straße in Ihrem Rücken blieb nur die Villa ihres einstigen Besitzers erhalten. Wenn man auf der alten Straße in Richtung Kirche geht, kommt man rechts an einer gezimmerten Hütte vorbei - die einstige Försterei von Groß Aupa, die im Jahre 1825 von Gräfin Amalie Schaffgotsch gegründet wurde.Im nächsten Haus mit Walmdach und hohem Steinkeller befand sich einst der uralte Gasthof Habsburg. Das schwarze Haus gegenüber ist eines der größten gezimmerten Blockbauten der Stadt. Bürgermeister Vinzenz Hintner hatte es 1906 anstelle eines noch älteren Hauses erbauen lassen. Gleich das nächste Haus links steht angeblich auf einem Souterrain aus dem 16. Jahrhundert - es ist besonders gut von der Hauptstraße aus zu sehen. Die kurze Straße schließen rechts das Pfarrhaus aus dem Jahre 1890 und das im Jahre 1860 erbaute Schulegebäude ab. Die alles überragende Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit stammt aus dem Jahre 1788 und wurde auf Initiative von Kaiser Joseph II. errichtet, der den Ort zehn Jahre früher besucht hatte. An dieses Verdienst erinnerte ab 1908 ein Denkmal gegenüber der Schule, das allerdings 1918 in ein den Opfern des I. Weltkriegs gewidmetes Denkmal umfunktioniert wurde. Zusammen mit der Kirche entstand auch ein Friedhof mit einer ganzen Reihe interessanter Grabmale.
Autor der Texte ist Pavel Klimeš, 2000



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